Aus dem Jahresbericht 2021

Ein verrücktes Jahr mit vielen Veränderungen

Wie kann man ein Schuljahr würdigen, in dem so wenig Präsenzunterricht wie noch nie stattgefunden hat? Sicherlich könnte man die ausgefallenen Unterrichtsstunden bedauern, die nicht stattgefundenen Exkursionen beweinen oder die vermeintlich entstandenen stofflichen Lücken ins Zentrum rücken. Und doch würde eine solch negative Sichtweise dem Schuljahr 2020 / 2021 nur bedingt gerecht werden.

Hinter uns liegt nämlich trotz allem ein Jahr intensiver historischer und politischer Bildung, das viele spannende Facetten bereithielt und sicherlich Spuren über den Moment hinaus hinterlassen wird. Auf einige dieser Entwicklungen und Veränderungen soll im Folgenden eingegangen werden:

 

1. digitaler Quantensprung

Waren wir im Verlauf des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 noch weitgehend auf die herkömmliche E-Mail und den Verweis auf „Youtube-Filme“ angewiesen, so standen uns im Schuljahr 2020/21 eine Vielzahl neuer Möglichkeiten zur Verfügung, die unsere Fachschaft intensiv genutzt hat: Videokonferenzen und Audiokonferenzen prägten ebenso den Unterrichtsalltag wie die Arbeit auf Padlets und mithilfe von Mebiskursen. Das Streamen von Unterrichtsstunden ermöglichte es im Wechselunterricht allen Lernenden, am Unterricht teilzunehmen. Sicherlich wird dies auch in Zukunft eine Möglichkeit sein, Jugendliche einzubinden, die – aus welchen Gründen auch immer – temporär nicht in der Schule erscheinen können.

 

2. Stärkung der Handlungs- und Produktionsorientierung

Mit dem Distanzunterricht während der zweiten und dritten Infektionswelle der Corona-Pandemie ging eine natürliche und daher unaufgeregte Fortentwicklung des methodischen Repertoires und insbesondere eine Stärkung der Handlungsorientierung im Unterricht einher. So stöberten unsere Schülerinnen und Schüler so intensiv wie nie in den virtuellen Angeboten der deutschen Museen und nutzten das Internet zur selbständigen Recherche.

 

3. Schlüpfen in historische Rollen und kreative Gestaltung historischer Figuren

Zum Auftakt des zweiten Schulhalbjahres beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a unter der Anleitung von unserer Studienreferendarin Jessica Höfler kreativ mit griechischen und ägyptischen Göttern. Passend zur Faschingswoche stöberten manche in ihren Kleiderschränken und verkleideten sich als eine Gottheit. Dabei wählten sie passende Symbole (z.B. Zeus mit Blitzen, Poseidon mit Dreizack etc.) für ihr Kostüm. Die Ergebnisse konnten dann alle Schülerinnen und Schüler trotz Distanzunterricht bewundern, da die Ergebnisse auf einem Padlet gesammelt wurden. Ein anderer Teil der Klasse setzte sich alternativ künstlerisch mit dem Konzept der Gottheiten auseinander. Die Schülerinnen und Schüler kannten ja einige ägyptische Götter, die immer für eine besondere „Aufgabe“ zuständig waren, z. B. Osiris, der über das Totenreich herrscht. Oftmals sind diese Götter Mischwesen aus Mensch und Tier. Sie überlegten sich, wie heute ein ägyptischer Gott aussehen könnte: Welche Lebensbereiche bräuchten einen Gott und wie würde er aussehen? Ein Gott des Internets? Des Autos? Einige Kinder erfanden einen solchen Gott mit all seinen Attributen und Symbolen. Auchdiese Ergebnisse wurden gemeinsam auf dem Padlet präsentiert.

 

 

 

4. Personelle Entwicklung unserer Fachschaft

Der Bericht der Fachschaft Geschichte / Sozialkunde im Jahresbericht 2020 schloss mit der Hoffnung, personell deutlich verstärkt ins Schuljahr 2020/21 starten zu dürfen. Bezogen auf die Zuweisung fertig ausgebildeter Lehrkräfte wurde dieser Wunsch leider (wieder) nicht erhört – und dennoch durften wir uns über Verstärkung freuen: Vier Studienreferendarinnen und ein Studienreferendar unterstützten uns in diesem Schuljahr und haben die Arbeit unserer Fachschaft wahrlich bereichert, indem sie neue, frische Ideen eingebracht haben und den einen oder anderen Tipp für Anschaffungen aus ihren Stammschulen mitgebracht haben.

Ausgeschieden ist aus unserer Fachschaft hingegen Lehramtsassessor Richard Gugel, der in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist. Mit ihm verliert unsere Fachschaft einen Kollegen, der durch seine Kollegialität und Unaufgeregtheit, seine große Zugewandtheit gegenüber den Schülerinnen und Schülern sowie seine hohe narrative Kompetenz unsere Fachschaft über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Ob es bei uns jemals wieder so anschauliche und spannende Geschichtserzählungen geben wird? Die Fachschaft Geschichte/Sozialkunde wünscht Richard Gugel jedenfalls einen erfüllten Ruhestand.

Markus Dinter-Bienk

Große Ehre für zwei ehemalige Schliemann-Schülerinnen

Große Ehre für zwei ehemalige Schliemann-Schülerinnen – Paula Steinbrenner und Michaela Geitner mit dem BCJ-Bayern-Studienpreis ausgezeichnet

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – an vielen Orten und mit vielen Veranstaltungen wird heuer dieses besondere Jubiläum begangen. Noch wichtiger ist es jedoch, die vielfältige Präsenz jüdischen Lebens in Deutschland auch außerhalb solcher Jubiläen sichtbar zu machen und ins Bewusstsein zu rufen. Dieses Ziel verfolgt einerseits der BCJ.Bayern als Verein zur Förderung des christlich-jüdischen Gesprächs in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Andererseits tragen auch die Schulen eine besondere Verantwortung, die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit den vielfältigen Facetten jüdischen Daseins in Deutschland in Geschichte und Gegenwart anzuregen.

Dieses Anliegen stand im Mittelpunkt des W-Seminars „Jüdisches Leben in Fürth“, das in den Schuljahren 2017-2019 am HSG in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Franken in Fürth stattfand. Eine besondere Ehre wurde nun, zwei Jahre nach ihrem Abitur, zwei Teilnehmerinnen dieses Seminars zuteil:Paula Steinbrenner und Michaela Geitner gewannen mit ihren Seminararbeiten den ersten bzw. zweiten Platz des BCJ.Bayern-Studienpreises in der Kategorie „Schule“.

Seit 2017 wird dieser Preis für in Schule und Universität entstandene wissenschaftliche Arbeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um das Sichtbarmachen jüdischen Lebens und den christlich-jüdischen Dialog verdient gemacht haben.

Paula Steinbrenner setzte sich in ihrer Arbeit mit dem Leben und Wirken des Fürther Rabbiners Issak Löwi (1803-1873) auseinander, der im 19. Jahrhundert als erster liberaler Rabbiner an der hiesigen Altschul wirkte und dessen Reformen die jüdische Gemeinde nachhaltig prägten – und die jüdische Gemeinschaft weit über die Grenzen Fürths hinaus beeinflussten.

Michaela Geitner richtete in ihrer Arbeit den Blick auf die Fürther Altschul im Verlauf der Jahrhunderte. In ihrer Arbeit ging sie insbesondere der Frage nach, wie sich Veränderungen des jeweiligen Zeitgeistes in der Synagoge bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1938 widerspiegelten.

Beiden Schülerinnen gelang es durch ausgiebige Recherchen und eigenständige Nachforschungen in ihren Arbeiten Ergebnisse vorzulegen, die weit über das hinausreichen, was im Rahmen einer solchen Arbeit gewöhnlich zu erwarten ist. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung, die sich beide in höchstem Maße verdient haben. Ihre auch mit einem Geldbetrag verbundenen Preise haben die beiden Ex-Schülerinnen Ende Juli 2021 in Nürnberg entgegengenommen.

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